RatgeberDas Anschreiben: Der komplette Leitfaden für deine Bewerbung

Der Schlusssatz im Anschreiben: selbstbewusst statt unterwürfig

Aktualisiert am 25.06.2026

Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird – der letzte entscheidet, mit welchem Gefühl der Leser dein Anschreiben weglegt. Beide verdienen Aufmerksamkeit.

Der Schluss ist deine Gelegenheit, einen selbstbewussten, freundlichen Eindruck zu hinterlassen. Genau hier machen aber viele den Text wieder kaputt.

💡 Merke
Ein guter Schlusssatz drückt Vorfreude aus, nicht Bittstellerei. Du bewirbst dich nicht um Gnade – du bietest deine Fähigkeiten an. Das darf der letzte Satz ruhig zeigen.

Der Klassiker, den du vermeiden solltest

„Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen." Dieser Satz steht in fast jedem Anschreiben – und genau das ist sein Problem.

Schlimmer noch ist der Konjunktiv: „würde mich freuen". Das klingt zaghaft und unsicher. Der Konjunktiv nimmt jeder Aussage die Kraft.

⚠️ Typischer Fehler
Sich am Ende kleinmachen: „Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben…" Diese Formulierung sät Zweifel, wo du Selbstbewusstsein zeigen solltest. Streich das „sollte" – du hast Interesse geweckt.

Was einen guten Schluss ausmacht

Ein starker Schlusssatz ist positiv, im Indikativ formuliert und blickt nach vorn. Statt „würde mich freuen" schreibst du „freue ich mich". Statt Konjunktiv echte Aussage.

Ein Beispiel: „Auf ein persönliches Gespräch freue ich mich." Kurz, klar, selbstbewusst.

Oder etwas ausführlicher: „Gern überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, was ich in Ihr Team einbringen kann." Das ist aktiv und stellt deinen Mehrwert in den Mittelpunkt.

Profi-Tipp
Ersetze jedes „würde", „könnte" und „hätte" am Satzende durch die direkte Form. Aus „würde mich freuen" wird „freue mich", aus „könnte beitragen" wird „bringe ein". Der Unterschied in der Wirkung ist enorm.

Den Bezug zur Stelle halten

Der Schluss kann auch noch einmal kurz die Verbindung zur Stelle betonen – ohne den ganzen Hauptteil zu wiederholen. Ein Halbsatz reicht, der zeigt, dass du genau diese Aufgabe meinst.

So rundest du das Anschreiben ab, statt es einfach abzubrechen.

Verfügbarkeit und Eintrittstermin

Wenn relevant, kannst du im Schlussbereich kurz deinen frühestmöglichen Eintrittstermin nennen – besonders, wenn die Anzeige danach fragt oder eine Kündigungsfrist eine Rolle spielt.

Das ist eine sachliche Information, die dem Arbeitgeber Planung erleichtert. Sie steht knapp und ohne große Erklärung da.

Grußformel nicht vergessen

Nach dem Schlusssatz folgt die Grußformel – schlicht „Mit freundlichen Grüßen", darunter dein Name. Wie der formale Abschluss mit Unterschrift genau aussieht, steht im Beitrag zum Aufbau des Anschreibens.

Der letzte Check

Bevor du das Anschreiben abschickst: Lies den letzten Satz noch einmal laut. Klingt er selbstbewusst oder bittstellerisch? Steht er im Indikativ oder versteckt er sich im Konjunktiv?

Und prüf, ob sich auch hier keine Floskeln eingeschlichen haben – die häufigsten sammelt der Beitrag Floskeln im Anschreiben vermeiden.

Mit dem Bewerbungsassistenten
Ein selbstbewusster Schluss ist Übungssache – oder eine Sache von Sekunden. Der Bewerbungsassistent formuliert dein Anschreiben von Einstieg bis Schluss in der richtigen Tonlage, und du passt es an. In etwa 10 Minuten, ganz ohne Technikkenntnisse.
Jetzt kostenlos ausprobieren →

Weiterlesen: Anschreiben schreiben: Der erste Satz entscheidet · Anschreiben-Aufbau: Struktur und Form, die überzeugt