RatgeberDas Anschreiben: Der komplette Leitfaden für deine Bewerbung

Anschreiben-Aufbau: Struktur und Form, die überzeugt

Aktualisiert am 25.06.2026

Ein Anschreiben wirkt nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch seine Form. Ein klar strukturiertes Schreiben signalisiert schon vor dem ersten Satz: Hier hat sich jemand Mühe gegeben und kann Ordnung halten.

Die gute Nachricht: Der Aufbau folgt einem festen Schema. Wenn du es einmal kennst, musst du nie wieder vor einem leeren Blatt sitzen.

💡 Merke
Ein Anschreiben passt auf eine Seite. Immer. Wer mehr braucht, hat nicht zu viel zu sagen, sondern zu wenig sortiert.

Die Kopfzeile

Ganz oben stehen deine Kontaktdaten: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail. Darunter die Adresse des Unternehmens – wenn möglich mit konkretem Ansprechpartner, nicht nur „Personalabteilung".

Rechts oder darunter folgen Ort und Datum. Das ist die formale Pflicht, die jeder Personaler erwartet.

Der Betreff

Eine kurze Betreffzeile sagt, worum es geht: „Bewerbung als [Position]", idealerweise mit der Referenznummer aus der Anzeige, falls vorhanden.

Das Wort „Betreff:" selbst schreibt man heute nicht mehr aus – die Zeile steht einfach fett da.

Die Anrede

Sprich, wenn irgend möglich, eine konkrete Person an: „Sehr geehrte Frau [Name]". Das wirkt persönlicher als das anonyme „Sehr geehrte Damen und Herren".

Profi-Tipp
Steht kein Ansprechpartner in der Anzeige, lohnt ein kurzer Anruf oder ein Blick auf die Unternehmens-Website. Der richtige Name im Anschreiben zeigt, dass du dich wirklich mit der Stelle befasst hast.

Der Einstieg

Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Verzichte auf „Hiermit bewerbe ich mich…" und steig stattdessen mit Bezug, Mehrwert oder Motivation ein.

Weil der Einstieg so wichtig ist, haben wir ihm einen eigenen Beitrag gewidmet: Der erste Satz im Anschreiben.

Der Hauptteil

Hier beantwortest du die zentrale Frage: Warum passt du auf diese Stelle? Zwei bis drei Absätze reichen.

Geh nicht deinen ganzen Lebenslauf durch – den hat der Leser daneben liegen. Pick die zwei, drei Punkte heraus, die für genau diese Stelle am stärksten sprechen, und belege sie mit konkreten Beispielen.

⚠️ Typischer Fehler
Den Lebenslauf in Prosa nacherzählen. Das Anschreiben ist kein zweiter Lebenslauf – es erklärt, warum die Stationen aus dem Lebenslauf dich für diese Stelle qualifizieren.

Vom Allgemeinen zum Konkreten

Eine bewährte Reihenfolge: erst der stärkste fachliche Punkt, dann ein passendes Beispiel, dann der Bezug zum Unternehmen. So führst du den Leser von deiner Eignung zu seiner Stelle.

Der Schluss

Ein guter Schlusssatz ist selbstbewusst und freundlich – kein verschämtes „Über eine Einladung würde ich mich freuen" im Konjunktiv.

Wie du das Anschreiben überzeugend beendest, steht im Beitrag zum Schlusssatz.

Grußformel und Unterschrift

Zum Abschluss „Mit freundlichen Grüßen", darunter dein Name. Bei einer ausgedruckten oder eingescannten Bewerbung gehört eine handschriftliche Unterschrift dazwischen – das wirkt persönlich und verbindlich.

Form und Optik

Halte das Schriftbild ruhig: eine gut lesbare Schriftart, ausreichend Rand, klare Absätze. Ein überladenes oder gequetschtes Anschreiben wirkt unruhig, egal wie gut der Text ist.

💡 Merke
Anschreiben und Lebenslauf sollten optisch zusammenpassen – gleiche Schrift, gleicher Stil, gleiche Kopfzeile. Das wirkt wie aus einem Guss. Wie der Lebenslauf dazu aufgebaut wird, steht im Lebenslauf-Ratgeber.

Die häufigsten Fehler vermeiden

Wenn die Struktur steht, lauert die letzte Gefahr im Wording: leere Floskeln, die den Text verwässern. Welche du streichen solltest, liest du im Beitrag Floskeln im Anschreiben vermeiden.

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