Ratgeber › Das Anschreiben: Der komplette Leitfaden für deine Bewerbung
Floskeln im Anschreiben vermeiden: Diese Sätze schwächen dich
„Hiermit bewerbe ich mich…", „teamfähig, motiviert und belastbar", „über eine Einladung würde ich mich freuen". Diese Sätze haben eines gemeinsam: Sie stehen in fast jedem Anschreiben – und überzeugen niemanden.
Floskeln sind nicht falsch, sie sind nur leer. Sie nehmen Platz weg, ohne etwas über dich zu sagen. Wer sie streicht und ersetzt, hebt sich sofort ab.
Eine Floskel erkennst du an einem einfachen Test: Könnte dieser Satz in der Bewerbung jedes anderen Menschen genauso stehen? Dann sagt er nichts über dich aus – und kann weg oder muss konkret werden.
Die häufigsten Floskeln – und was du stattdessen schreibst
Die meisten leeren Phrasen lassen sich in einen konkreten Satz verwandeln. Das Muster ist immer dasselbe: Behauptung raus, Beweis rein.
„Teamfähig, motiviert, belastbar"
Diese drei Adjektive stehen in jeder zweiten Bewerbung. Das Problem: Jeder behauptet sie, niemand belegt sie.
Statt „Ich bin sehr teamfähig" schreib, was du im Team erreicht hast: „In meinem letzten Projekt habe ich die Abstimmung zwischen drei Abteilungen koordiniert." Die Eigenschaft zeigt sich im Beispiel, ohne dass du sie behaupten musst.
„Hiermit bewerbe ich mich…"
Der häufigste Einstieg – und der schwächste. Der Leser weiß, dass es eine Bewerbung ist; das steht im Betreff.
Wie du stattdessen überzeugend startest, steht im Beitrag zum ersten Satz im Anschreiben.
„Über eine Einladung würde ich mich freuen"
Der Standard-Schluss im zaghaften Konjunktiv. Stärker ist die direkte Form: „Auf ein persönliches Gespräch freue ich mich."
Mehr dazu im Beitrag zum Schlusssatz.
Floskeln durch noch größere Floskeln ersetzen. „Ich bin ein absoluter Teamplayer mit überdurchschnittlichem Engagement" ist nicht besser, sondern schlimmer. Die Lösung ist nicht mehr Superlativ, sondern ein konkretes Beispiel.
Weitere leere Phrasen
Achte auch auf diese Klassiker, die viel Platz, aber wenig Inhalt mitbringen:
„Ich bin auf Ihre Stellenanzeige aufmerksam geworden" – sagt nichts. „Mit großem Interesse habe ich gelesen…" – behauptet Interesse, statt es zu zeigen. „Ich bin der ideale Kandidat" – das soll der Leser selbst urteilen, nicht du.
Jede dieser Phrasen lässt sich streichen oder durch etwas Konkretes ersetzen.
Übertreibungen sind auch Floskeln
Nicht nur leere, auch überzogene Aussagen schwächen das Anschreiben. „Ich bin perfekt für diese Stelle geschaffen" oder „Sie werden keinen besseren Bewerber finden" wirken nicht selbstbewusst, sondern unglaubwürdig.
Lies dein fertiges Anschreiben und markiere jedes Adjektiv. Bei jedem fragst du: Beweise ich das im selben oder nächsten Satz? Wenn nicht, streich es oder füg den Beleg hinzu. Adjektive ohne Beweis sind fast immer Floskeln.
Warum konkrete Sprache gewinnt
Personaler lesen am Tag dutzende Anschreiben, die alle gleich klingen. Ein konkreter, beispielgestützter Text fällt in diesem Einerlei sofort auf – nicht weil er lauter ist, sondern weil er echt wirkt.
Konkrete Sprache zeigt außerdem, dass du dir Mühe gegeben und über die Stelle nachgedacht hast. Genau das ist die Botschaft, die ein gutes Anschreiben transportiert.
Der Floskel-Check zum Schluss
Bevor du abschickst: Geh den Text durch und such gezielt nach den üblichen Verdächtigen. Streich, was leer ist. Ersetz, was sich belegen lässt. Was übrig bleibt, ist kürzer, konkreter und stärker.
Wie das Ganze formal zusammenkommt, steht im Beitrag zum Aufbau des Anschreibens.
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