Ratgeber › Das Anschreiben: Der komplette Leitfaden für deine Bewerbung
Gehaltsvorstellung im Anschreiben formulieren
Manche Stellenanzeigen enthalten den Satz „Bitte nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung". Für viele Bewerber ist das die unangenehmste Zeile der ganzen Anzeige.
Dabei ist die Sache lösbar – wenn du sie vorbereitest und richtig formulierst. Die Angabe gehört dann ans Ende des Anschreibens, kurz vor den Schlusssatz.
Nenne eine Gehaltsvorstellung nur, wenn ausdrücklich danach gefragt wird. Ungefragt wirkt sie aufdringlich – gefragt und dann verschwiegen wirkt sie, als hättest du die Anzeige nicht gelesen.
Erst recherchieren, dann nennen
Bevor du eine Zahl ins Anschreiben schreibst, informier dich über die übliche Spanne für die Position, die Branche und die Region. Eine Zahl aus dem Bauch heraus liegt fast immer daneben.
Realistisch heißt: marktgerecht, nicht zu niedrig (sonst verschenkst du Geld) und nicht zu hoch (sonst bist du raus, bevor das Gespräch beginnt).
Eine Spanne oder eine Zahl?
Im schriftlichen Anschreiben empfiehlt sich eine konkrete Jahresbrutto-Zahl oder eine enge Spanne. Eine zu weite Spanne wirkt unentschlossen.
Eine mögliche Formulierung: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Jahresbruttogehalt von X Euro." Oder mit etwas Spielraum: „…zwischen X und Y Euro."
Formuliere die Gehaltsvorstellung als Vorstellung, nicht als Forderung. „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei…" klingt offener als „Ich erwarte ein Gehalt von…" – und lässt Raum fürs spätere Gespräch.
Schriftlich nennen ist nicht in Stein gemeißelt
Die Zahl im Anschreiben ist ein Ausgangspunkt, kein Vertrag. Im späteren Vorstellungsgespräch wird oft noch einmal über das Gehalt gesprochen – und dann gelten andere Regeln als auf dem Papier.
Wie du im Gespräch mündlich verhandelst, mit Pausen umgehst und auf Gegenangebote reagierst, liest du im Beitrag zur Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch. Schriftlich legst du den Anker, mündlich verhandelst du ihn aus.
Die Frage nach der Gehaltsvorstellung einfach ignorieren, weil sie unangenehm ist. Wer trotz ausdrücklicher Aufforderung keine Angabe macht, wirkt unvorbereitet – oder so, als könne er mit dem Thema nicht umgehen.
Wo die Angabe im Anschreiben steht
Die Gehaltsvorstellung gehört ans Ende des Hauptteils, kurz bevor du zum Schluss kommst. Sie steht in einem eigenen, knappen Satz – kein langer Absatz.
Direkt danach folgt dein Schlusssatz, der das Anschreiben selbstbewusst beendet. So bleibt die Gehaltsangabe ein sachlicher Punkt unter mehreren, nicht der letzte Eindruck.
Wenn ein Wechsel ansteht
Falls du aus einer Anstellung heraus wechselst, kannst du dich grob an deinem aktuellen Gehalt orientieren – ein Wechsel ist aber auch die Gelegenheit, sich zu verbessern. Bleib realistisch, aber verkauf dich nicht unter Wert, nur weil eine Zahl gefragt ist.
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