Ratgeber › Der Lebenslauf: Der komplette Leitfaden für deine Bewerbung
Hobbys im Lebenslauf: Ja oder nein? Was wirklich hilft
Die Hobbys-Zeile am Ende des Lebenslaufs spaltet die Gemüter. Die einen sagen, sie ist überflüssig, die anderen schwören darauf. Beide haben ein bisschen recht.
Die Wahrheit liegt dazwischen: Hobbys können helfen oder schaden – es kommt darauf an, welche du nennst und ob sie etwas über dich aussagen, das zur Stelle passt.
Hobbys im Lebenslauf sind kein Pflichtteil. Nenn sie nur, wenn sie eine relevante Eigenschaft belegen oder dich als Person interessant machen. Reine Lückenfüller kannst du weglassen.
Wann Hobbys helfen
Ein gut gewähltes Hobby kann eine Eigenschaft zeigen, die für die Stelle relevant ist – ohne dass du sie behaupten musst.
Mannschaftssport deutet auf Teamfähigkeit hin. Ein Ehrenamt zeigt Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Programmieren als Hobby unterstreicht echtes Interesse bei einer IT-Bewerbung. Solche Hobbys erzählen etwas Nützliches über dich.
Wähl Hobbys, die eine Brücke zur Stelle schlagen. Bewirbst du dich auf eine Führungsposition, sagt „Trainer einer Jugendmannschaft" mehr als „Lesen". Das Hobby wird so zum Beleg statt zur Floskel.
Wann Hobbys schaden
Manche Hobbys werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten – oder wirken schlicht beliebig.
Sehr allgemeine Angaben wie „Lesen, Reisen, Musik" sagen nichts aus, weil sie auf fast jeden zutreffen. Riskante Extremsportarten können bei manchen Arbeitgebern Bedenken wegen Ausfallrisiko wecken. Und politisch oder religiös aufgeladene Aktivitäten gehören in der Regel nicht in den Lebenslauf, weil sie ungewollt Vorurteile auslösen können.
Hobbys erfinden oder aufbauschen, um interessanter zu wirken. Spätestens im Gespräch wird nachgefragt – und wer über sein angebliches Lieblingshobby nichts Substanzielles sagen kann, steht schlechter da als ganz ohne Angabe.
Die richtige Auswahl
Wenn du Hobbys angibst, beschränk dich auf zwei bis vier, die wirklich etwas aussagen. Sei konkret: nicht „Sport", sondern „Marathonlauf"; nicht „Musik", sondern „Gitarre in einer Band".
Konkrete Hobbys wirken authentischer und bieten im Gespräch einen sympathischen Anknüpfungspunkt.
Wohin im Lebenslauf?
Hobbys stehen ganz am Ende des Lebenslaufs, nach Berufserfahrung, Ausbildung und Kenntnissen. Sie sind die Kür, nicht die Pflicht – entsprechend unten ordnen sie sich ein.
Wo genau die einzelnen Sektionen sitzen, steht im Beitrag zum Lebenslauf-Aufbau.
Im Zweifel weglassen
Wenn du dir unsicher bist, ob ein Hobby etwas bringt, lass es weg. Ein Lebenslauf ohne Hobbys wirkt nie schlechter – ein Lebenslauf mit den falschen oder beliebigen Hobbys dagegen schon.
Gerade wenn der Platz knapp ist, haben relevante Stationen und Kenntnisse Vorrang. Wie du Kenntnisse angibst, steht übrigens im Beitrag zu Hard und Soft Skills.
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